Positiv eingestellt gegenüber den Herausforderungen der Energiewende

Das weit ausgebaute Fernwärmenetz am Niederrhein und die nachhaltige Wärmeerzeugung bieten eine sehr gute Grundlage für die Transformation zum klimaneutralen Energiesystem

Das geplante Gas-/Ölheizungsverbot im Rahmen der Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) erfordert ein Umdenken bei Immobilieneigentümern und Energieversorgern. War in der Vergangenheit oftmals die Umstellung von alten Öl- oder Nachtspeicherheizungen auf Erdgas die bevorzugte Variante, muss zukünftig eine andere Lösung her. Dies wird auch für Haushalte gelten, die schon mit Erdgas heizen und deren Heizungsanlage erneuert werden muss.

Der Gesetzgeber favorisiert für die künftige Wärmeversorgung von Gebäuden auf der einen Seite den Einsatz von Wärmepumpen, auf der anderen Seite wird Fernwärme als Wärmetechnologie der Zukunft definiert. Mit der Fernwärmeversorgung Niederrhein, die bereits große Teile von Dinslaken, aber auch von Moers, Voerde und Hünxe-Bruckhausen mit umweltfreundlicher Fernwärme versorgt, sind die Eigentümer der bereits an die Fernwärme angeschlossenen Gebäude gut aufgestellt.

Damit dies auch für die Zukunft so bleibt, haben die Stadtwerke Dinslaken das DHE Dinslakener Holz-Energiezentrum auf den Weg gebracht und die Fernwärmeversorgung Niederrhein arbeitet aktuell an einem Transformationsplan nach der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) für den Aus- und Neubau von Netzen. Mit diesen Maßnahmen werden die Voraussetzungen für einen weiteren Ausbau der Fernwärme in Dinslaken und den anderen Kommunen im Bereich der Fernwärmeschiene Niederrhein geschaffen.

Die Nachfrage an Neuanschlüssen steigt

Die Nachfrage nach Neuanschlüssen im Bereich Fernwärme ist mit Beginn der Energiekrise bereits deutlich gestiegen. Die Pläne zur Novellierung des GEG führen aktuell zu einem weiteren Anstieg der Nachfrage von Immobilienbesitzern. Dies merken auch die Mitarbeitenden von Vertrieb und Kundenservice der Stadtwerke Dinslaken und der Fernwärmeversorgung Niederrhein.

Ob und wann die Möglichkeit eines Fernwärmeanschlusses besteht, ist von der Lage der zu versorgenden Immobilie abhängig. Für Gebäude in der Nähe vorhandener Fernwärmewärmeleitungen bietet sich die Möglichkeit, verhältnismäßig kurzfristig an die Fernwärme angeschlossen zu werden. Aufgrund begrenzter Planungs-, Tief- und Rohrbaukapazitäten liegt die Vorlaufzeit in diesen Fällen inzwischen in der Regel bei 12 bis 15 Monaten.

Die Erweiterung der Fernwärmenetze erfordert Zeit, Geld und personelle Kapazitäten
Neben der Verdichtung in bestehenden Netzen gibt es durch die neuen gesetzlichen Regelungen auch Ausbaupotentiale im gesamten Versorgungsgebiet in Dinslaken, Voerde, Hünxe-Bruckhausen und Moers. Diese sollen in den kommenden Jahren erschlossen werden. Die Möglichkeiten hierzu werden aktuell erarbeitet. Sobald die Pläne konkreter werden und zusätzliche Anschlussmöglichkeiten angeboten werden können, wird die Fernwärmeversorgung Niederrhein die Öffentlichkeit informieren und an die potenziellen Kunden herantreten.

Schon jetzt steht aber fest, dass es sich um einen längeren Prozess handeln wird, zumal für den Ausbau erhebliche Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe anfallen werden und die Kapazitäten bei Tief- und Rohrbaufirmen aktuell ausgeschöpft sind. Hinzu kommt, dass es nicht allein ausreicht, die bestehenden Fernwärmenetze auszubauen, es müssen auch neue Anlagen errichtet werden, um die zusätzlich benötigten Energiemengen zu erzeugen. Auch dies erfordert Zeit, Geld und personelle Kapazitäten.

Alternativ: Wärmepumpen

Die Möglichkeit von Fernwärme ist aufgrund der hohen Investitionskosten bei der Leitungsverlegung abhängig von der Lage und der Anschlussleistung der zu versorgenden Immobilien. Bei Immobilien in Siedlungen, die auf absehbare Zeit nicht an ein bestehendes Fernwärmenetz angeschlossen werden können, stellen individuelle Versorgungslösungen wie Wärmepumpen oder z.B. Pelletheizungen die effizientere Art der Wärmeversorgung dar. Der großflächige Einsatz von Wärmepumpen stellt dabei – neben dem Ausbau der Elektromobilität, eine weitere Herausforderung an die Stromnetze dar. Um die Zukunftsfähigkeit des Stromnetzes Dinslaken zu gewährleisten, investieren die Stadtwerke Dinslaken zudem verstärkt in den Ausbau der Netze.

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