Nanofiltrationsanlage geht ans Dinslakener Wassernetz
Die Nanofiltrationsanlage im Wasserwerk Löhnen nimmt in der Nacht vom 8. auf den 9. Juni 2009 den Betrieb auf, zunächst im so genannten Einfahrbetrieb mit Teilwassermengenaufbereitung. Sie versorgt über das Wasserrohrnetz der Stadtwerke Dinslaken die Stadt mit Trinkwasser von hoher Qualität.
Deutschlands größte Nanofiltrationsanlage in einem kommunalen Wasserwerk nimmt am 9.Juni 2009 ihren Einfahrbetrieb mit Teillast auf. Mit dem Umschluss der Rohrleitungen von der alten Aufbereitung auf die neue Nanofiltrationsanlage in der Nacht zum 9.Juni wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass Dinslaken auch in Zukunft mit hochwertigem Trinkwasser versorgt wird.
Die neue Technik wurde nötig, weil der Kohleabbau in der Mommbachniederung zu Beeinträchtigungen bei der Wassergewinnung in Löhnen geführt hat. Durch Bergsenkungen kann in die Förderbrunnen des Wasserwerks Rheinuferfiltrat gelangen. Die Nanofiltrationsanlage filtert alle Stoffe heraus, die im Trinkwasser unerwünscht sind. Das Wasser wird auf dem Weg zu den Brunnen durch die Kiese und Sande des Rheinuhrstromtals vorgereinigt und kann mit der neuen Anlage zu Trinkwasser aufbereitet werden.
Die Anlage wird in den kommenden Jahrzehnten allen Anforderungen genügen. Sie arbeitet zunächst im Einfahrbetrieb mit Teillast so, dass zunächst nur eine Teilwassermenge aufbereitet wird. Die letzte Aufbereitungsstufe, in der das Rohwasser über dolomitisches Gestein geleitet und so "aufgehärtet" wird, ist noch nicht aktiv. Momentan haben die im Rhein enthaltenen Störstoffe die Wassergewinnungsanlagen noch nicht erreicht. Es ist daher nicht erforderlich, den gesamten Rohwasserstrom über die Nanofiltrationsanlage zu führen. Zunächst durchströmt nur 51,5 Prozent des Brunnenwassers die Nanofiltrationsanlage, der Rest ist Rohwasser aus dem Grundwasservorkommen. Die beiden "Wässer" werden gemischt, es entsteht Trinkwasser von hoher Qualität. Der Härtegrad des Trinkwassers liegt mit 12 Grad deutscher Härte weiterhin im Härtebereich "mittel". Dies entspricht 2,16 Millimol je Liter.
Um einer Gefährdung der Wassergewinnung Löhnen vorzubeugen, wurden Vorfeldmessstellen in Rheinnähe eingerichtet, um frühzeitig Nachweise von eindringendem Rheinwasser in den Grundwasserleiter zu erhalten.
Nachdem das Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht im Teillastbetrieb mittels Zudosierung von Natronlauge hergestellt wurde, gelangt das Wasser in die beiden Vorratswasserspeicher. Von dort aus wird das Wasser über das nachgeschaltete Trinkwasserpumpwerk in die Transportleitung eingespeist und über die Druckerhöhungsanlage Dinslakener Straße dem Versorgungsnetz der Stadtwerke Dinslaken zugeführt.
Bezüglich des Beginns der erforderlichen Vollstromaufbereitung kann gegenwärtig keine belastbare Aussage gemacht werden, da das Vorrücken der Rheinwasserfront zu den Wassergewinnungsanlagen nicht sicher vorhergesagt werden kann. Um diese Entwicklung jedoch genauer beobachten zu können, wird im Sommer 2009, unter Beachtung der naturschutzrechtlichen Auflagen, eine weitere Messstellengalerie zwischen der zweiten Messstellenreihe und den Förderbrunnen eingerichtet. Für die Umrüstung auf Vollstrom-aufbereitung über die Nanofiltrationsanlage wird ein Zeitraum von 6 Monaten benötigt.
Bevor die Nanofiltrationsanlage in Betrieb gehen konnte, musste das Dinslakener Wasserrohrnetz ab Mitte Januar mittels Rohrnetzspülung auf das "neue Wasser" vorbereitet werden. Die Rohrnetzspülung war eine große planerische und logistische Aufgabe und wurde zur Zufriedenheit der Wasserkunden Anfang April beendet. Um das Wasserrohrnetz vor eventuellen Korrosionsschäden zu schützen, wird während des Einfahrbetriebes am Wasserwerksausgang vorübergehend Phosphat als Inhibitor in sehr geringen Mengen zudosiert. Nach Abschluss des Einfahrbetriebes wird die Anlage ohne Inhibitor betrieben.
Aus dem Bau und Betrieb der Nanofiltrationsanlage entstehen den Dinslakener Bürgerinnen und Bürgern keine Mehrkosten.
Nach dem Einfahrbetrieb und Abschluss von Restarbeiten im alten Gebäude- und Anlagenteil, wird die neue Anlage mit einem Festakt im Frühjahr 2010 offiziell in Betrieb genommen. Für Interessierte planen die Stadtwerke Dinslaken dann auch einen Tag der offenen Tür.
08.06.2009
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